CD Glaze – Ensemble Delirio, Deborah York, Florian Boesch

5 von 5 basierend auf 3 Kundenbewertungen
(3 Kundenbewertungen)

€20.00 {inkl. Mwst.}

Aufgenommen in der St. Jakobikirche, Lübeck,
an der historischen Stellwagen-Orgel (1637)
in Zusammenarbeit mit den beiden Solisten
Deborah York (Sopran) und
Florian Boesch (Bariton)

In Anlehnung an die glanz- und farbverleihende Veredelung von gebranntem Ton, verbildlicht der Titel „Glaze“ die abwechslungsreiche und bunte Tonsprache der norddeutschen Orgelschule des späten 17. Jahrhunderts. Der zum Höhepunkt gebrachte „Stylus Phantasticus“ lässt Bescheidenheit, Vernunft und Ordnung zugunsten einer extrovertierten, ungebundenen Setz-, Sing- und Spielart weichen. Dissonante Harmonien, chromatische Figuren und rasende Läufe sprengen mit Dramatik und Spontanität die bis dahin geltenden Strukturen und Regeln. Kontrapunktische Improvisationen und Kompositionen durch alle Tonarten stellen fortan die Grundlage für zeitüberdauernde Meisterwerke dar, welche als Ausdruck und Spiegelbild einer wirren, sich in exzessiver und lustvoller Manier verändernden Gesellschaft betrachtet werden können.

Mit dem Fokus auf Vertreter der „Norddeutschen Orgelschule“ erschließt dieses Programm die Vielseitigkeit der Stile und zeigt mit Orgel-, Gesangs- und kammermusikalischen Werken die fortschreitende Entwicklung vom strikt polyphonen Stil (Scheidt) hin zu einem stark extrovertierten und modernen „Stylus Phantasticus“ (Bruhns).
Die historische, frühbarocke „Stellwagen-Orgel“ der St. Jakobikirche in Lübeck aus dem Jahre 1637 unterstreicht in einzigartiger Weise die Authentizität des originalgetreu musizierenden Ensemble Delirio und bietet mit dem breiten Spektrum an Klangfarben Einblick in die stets faszinierende und inspirierende Klangwelt bedeutendster Komponisten und Musiker der letzten Jahrhunderte. Dabei stellt die extrem hohe Stimmung dieser weltberühmten Orgel (Hoch-Chorton a‘ = 490 Hz) eine besondere Herausforderung dar.
Mit den noch vorhandene Teilen der ursprünglich gotischen Schwalbennestorgel aus dem Jahre 1467/1515 gehört dieses optisch und klanglich sehr gut erhaltene Instrument zu den ältesten bespielbaren Orgeln der Welt.

Art.-Nr.: CD - 14002

Produktbeschreibung

„Glaze“ – Glanz des Nordens
in Zusammenarbeit mit den beiden Solisten
Deborah York (Sopran)
und Florian Boesch (Bass-Bariton)

 

Aufnahmeleitung: Stephan Reh
Text/Booklet: Markus Grassl
© + ℗ 2016 cDelirio

 

Werke:
Samuel Scheidt: Fantasia á 3
David Peteren: Sonata IV from „Speelstukken
Dietrich Buxtehude: Cantata „Mit Fried und Freud fahr ich dahin“ BuxWV 76
Heinrich Scheidemann:In dich hab ich gehoffet, Herr“ WV8/9
Dietrich Buxtehude: Sonata in D Major, BuxWV 267
Dietrich Buxtehude: Cantata „Ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden“ BuxWV 48
Johann Schop: Paduana IV, Galliard III
Nicolaus Bruhns: Praeludium in E minor „Great

 

total time: 66:58

oemf_gef_4c

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0.099 kg
Größe 21 x 15 x 2 cm

3 Bewertungen für CD Glaze – Ensemble Delirio, Deborah York, Florian Boesch

  1. 5 von 1 bis 5

    :

    Wie einst in Lübeck
    Glaze.
    Deborah York, Florian Boesch, Ensemble Delirio. CDelirio

    Das Ensemble Delirio hat bereits zwei Einspielungen vorgelegt, die Musiklandschaften im historischen Zusammenhang vorstellen. Das Album „Glaze“ – der Name spielt auf die in norddeutscher Backsteinbaukunst oft verwendeten glasierten Ziegel an – folgt einem
    vielleicht noch zwingenderen Programmkonzept. Die Anregung gaben die Lübecker Abendmusiken Dieterich Buxtehudes, die als Frühform des Konzerts Instrumental- und Vokalmusik um die Orgel als konzertierendes und Generalbassinstrument versammelten – wohlgemerkt die große, mit zahlreichen Farben und mächtiger Klangsubstanz ausgestattete Orgel. Der unauffällige Ausdruck
    „Organistenmusik“ umfasst das entsprechend Repertoire, und ihm hat sich der hohe Respekt eingeschrieben, den die Organisten der Kirchen in den großen Städten Norddeutschlands genossen.

    Die Buxtehude-Kantate Ich halte es dafür und das kunstreiche Tombeau Mit Fried und Freud fahr ich dahin des Lübecker Marienorganisten auf den Tod seines Vaters geben einen Eindruck von der Musik, die von den Musizieremporen im Hauptschiff der Marienkirche herab erklangen. Der große Ambitus beider Stimmen ist dabei selbst für Sänger von internationalem Ruf wie Deborah York und Florian Boesch eine Herausforderung, der aber beide hochmusikalisch gerecht werden; Yorks Stimme klingt in der Höhe gelegentlich geschärft, aber immer sorgfältig geführt. Ihr Zusammenwirken mit dem Ensemble aus Violine, Viola, Violone und Orgel ist makellos in Intonation und Rhythmus. In den Ensemblestücken von Buxtehude, Samuel Scheidt, David Petersen und Johann Schop zeigen die Musiker ihre Freude an geistreicher Vielfalt in Artikulation, Dynamik und Spielwitz.

    Raum und Instrument passen ebenfalls zum Konzept: Musiziert wird auf der Empore der kleinen Orgel in der Lübecker Jakobikirche, wie die einstige Marienorgel ein gotisches, später von Friedrich Stellwagen erweitertes Instrument. Organist Jeremy Joseph setzt Flötenstimmen, aber auch Prinzipale und Zungenregister mit viel Delikatesse im Generalbassspiel ein. Auch Heinrich Scheidemanns Orgelchoral „In dich hab ich gehoffet, Herr“ musiziert der registrier- und verzierungsfreudige Spieler kammermusikalisch; in Bruhns’ „großem“ e-Moll-Präludium nutzt er zusätzlich die Plenumsklänge des wunderschönen Instruments. So bekommt man es hier nicht nur mit einem glaubwürdigen historischen Programm zu tun, sondern auch mit hoher, durchweg vergnüglicher Musizierkultur.

    Friedrich Sprondel
    Musik & Kirche, Ausgabe 02/2017, S119 f

  2. 5 von 1 bis 5

    :

    glaze

    Interpreten: Ensemble Delirio & Deborah York (Soprano) & Florian Boesch (Bass-Baritone)
    Label: CDelirio

    Werke von Scheidt, Buxtehude, Scheidemann, Schop und Petersen

    Der erste Ton klingt der einer Glasharmonika täuschend echt, und so überraschend wie sympathisch einnehmend geht es bis zum letzten Ton weiter, wirklich bis zum letzten! Dazwischen klingen diese meist bekannten Programmnummern faszinierend unbekannt wie unbekannt faszinierend. So verfremdet und auch gesucht das alles wirkt, entpuppt sich das Repertoire doch als ganz natürlich klingend, das klangliche Resultat könnte doch gar nicht anders sein als hier, eigentlich!

    Die vier jungen Wiener Ausnahmemusiker David Drabek, Violine, Pablo de Pedro, Viola, Philipp Comploi, Violone, und Jeremy Joseph, Orgel, zusammen mit Deborah York, Sopran, und Florian Boesch, Bass, sehen im Spiegel der glasierten (= Glaze) Backsteine und Dachziegeln der norddeutschen Backsteingotik den „Splendour of the north“. Pracht ist hier nicht die Quantität an Klangmassen, sondern die dedizierte Kunst der Klangentfaltung einzelner Back- und Bausteine, einzelner Töne kleinerer Kompositionen aus kristallklarer Kultur höchster Kompositionskunst. Dazu dienen das barocke Instrumentarium der Streicher und die Stellwagen-Orgel (1637) in Jakobi Lübeck, denn Markenzeichen der Truppe ist eine Orgel als Continuo- und Soloinstrument. Das ermöglicht Jeremy Joseph vielfältige Klänge aus Labial- und Lingualregistern bei der harmonischen Unterstützung, die Aufnahmetechnik (Stephan Reh) besorgt die optimale Abmischung. So kann es eben auch klingen, nein, so muss es klingen: die instrumentalisierte Fantasia á 3 aus Scheidts „Tabulatura nova II“, Buxtehudes Kontrapunkttausch- und Rauschgipfel „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ BuxWV 76 oder seine Sonata D-Dur BuxWV 267.
    Dass Virtuosität keine Anstrengung, sondern Spielwitz ist, ist hier mit selbstverständlicher Leichtigkeit zu hören: der nahezu unbekannte Amsterdamer Violinvirtuose David Petersen nannte seine Stücke 1683 sehr zurückhaltend „Speelstukken“, doch die grenzen an Zauberei! Für den Hörer etwas weniger anstrengend geht es in Johann Schops Tänzen, Buxtehudes Kantate „Ich halte es dafür“ BuxWV 48 und Scheidemanns Choralpartita „In dich hab ich gehoffet, Herr“ her, bei der allerdings Booklettexter Markus Grassl irrt, wenn er die damals übliche und auch bereits vorreformatorische Alternatimpraxis und damit die Gottesdiensttauglichkeit der Choralphantasien anzweifelt – was die Qualität seines Textes aber kaum mindert. Das Booklet ist ansonsten gut und bunt bebildert und ausführlich informativ.

    Zum Schluss spielt Jeremy Joseph Bruhns‘ Opus optimum, ein Werk, das andere mit dem Orpheusdrama unterlegt haben. Was bei Orpheus nach vielen Wendungen ungut ausgeht, bei Jeremy Joseph gibt es noch mehr Wendungen und geht, wie sollte es anders sein, im Umdrehen überraschend, aber gut aus.

    Eine CD, die alles andere ist als eine nur hörenswerte CD! Höchst empfehlenswert!

    Rainer Goede – für http://www.orgel-information.de
    Januar 2017 / März 2017

  3. 5 von 1 bis 5

    :

    KÜNSTLER: Ensemble Delirio, Deborah York, Sopran, Florian Boesch, Bassbariton
    ALBUM: glaze – splendour of the north
    LABEL: CDELIRIO

    Das 2009 gegründete, international top besetzte vierköpfige Alte-Musik-Ensemble „Delirio”, das bereits im Montafon gastierte und vom Nenzinger Thomas Wiederin organisatorisch betreut wird, präsentiert auf seiner dritten CD norddeutsche Musik des 17. Jahrhunderts. Zentralpunkt ist die „Stellwagen-Orgel“ von 1637 in der St. Jakobikirche von Lübeck, die der Südafrikaner Jeremy Joseph neben dem Continuo auch in Solowerken verhalten kostbar erklingen lässt. Das frühbarocke Programm ist getragen vom Bemühen um größtmögliche Authentizität auf Originalinstrumenten und bringt die Kontraste dieser Musik zwischen strengem Kontrapunkt und ausschweifendem „Stylus Phantasticus“ zum Ausdruck. Zu vokalen Glanzpunkten werden zwei Kantaten von Buxtehude mit den Solisten Deborah York, Sopran, und Florian Boesch, Bassbariton.
    Eine Produktion, die große Ruhe ausstrahlt.

    Musiktipps von Fritz Jurmann
    Vorarlberger Nachrichten, 18.01.2017, D10 Kultur

Eine Bewertung hinzufügen